Was wird alles entkernt im Einfamilienhaus? Typische Bauteile, Ablauf und Entsorgung

Was wird alles entkernt im Einfamilienhaus? Typische Bauteile, Ablauf und Entsorgung

Kompletter Leitfaden zur Entkernung im Einfamilienhaus: Welche Bauteile werden entfernt, wie läuft der Rückbau ab und wie entsorgen Sie korrekt? Praxis-Tipps zu Kosten, Schadstoffen und Container-Lösungen.

Veröffentlicht am 6.2.2026

Wer ein Einfamilienhaus kernsaniert oder für einen Teilabbruch vorbereitet, kommt an der Entkernung kaum vorbei. Gemeint ist damit das Entfernen aller nicht tragenden Bauteile und Einbauten bis auf die "Hülle" bzw. den Rohbau - also typischerweise bis tragende Wände, Decken und Dachkonstruktion. In der Regel geht es darum, alte Technik, Oberflächen und Ausbau komplett herauszunehmen, damit anschließend sicher und sauber neu aufgebaut werden kann.

Welche Bauteile werden typischerweise entkernt?

Was genau entkernt wird, hängt stark vom Baujahr, dem Sanierungsziel und von möglichen Schadstoffen ab. Typischerweise wird bei einem Einfamilienhaus Folgendes entfernt:

BereichTypische Bauteile
BodenaufbautenLaminat, Parkett, Teppich, Fliesenbeläge, Kleberreste, Ausgleichsmassen, Estrich (wenn schadhaft oder technisch erforderlich)
InnenausbauTrockenbauwände, abgehängte Decken, Holzdecken, Wandverkleidungen, Einbauschränke, alte Treppenbeläge
Türen und ZargenInnentüren, Türzargen, teils auch Stahlzargen in Kellern/Brandschutztüren
Sanitär und BäderSanitärobjekte, Fliesen, Abdichtungen, Vorwandinstallationen, Badmöbel
KücheEinbauten, Fliesenspiegel, ggf. Boden- und Wandaufbau darunter
HaustechnikHeizkörper, Rohrleitungen, alte Leitungen, Elektroinstallation, Lüftungskanäle, alte Heiztechnik
FensterFenster samt Rahmen und Anschlüssen, Rollläden/Rollladenkästen (bei umfassender Sanierung)
DämmstoffeMineralwolle im Dach, alte Kellerdeckendämmung, ggf. Fassadendämmung

Ein praktisches Beispiel: In einem Einfamilienhaus aus den 1960er-Jahren wird typischerweise zuerst komplett leergeräumt, dann kommen Deckenverkleidungen und Innenputzstellen runter, die Elektrik wird entfernt, anschließend Bad und Küche bis auf Rohwand. Oft folgt das Öffnen von Schächten und das Entfernen alter Leitungen, damit neue Steigleitungen geplant werden können.

Der richtige Ablauf: Schritt für Schritt zur erfolgreichen Entkernung

Damit eine Entkernung nicht im Chaos endet, ist die richtige Reihenfolge entscheidend. Typischerweise sieht ein sauberer Ablauf so aus:

1. Bestandsaufnahme

Baujahr, Baustoffe, Fotos, Zugänge und Stellfläche für Container dokumentieren.

2. Schadstoff-Check

Erkundung vor dem Rückbau, besonders bei älteren Gebäuden. Stichworte: Asbest, PCB, PAK, alte Mineralwolle. In der Regel ist das der Punkt, der Zeit und Geld spart, weil Überraschungen im laufenden Rückbau teuer werden.

3. Entrümpelung

Möbel, Hausrat, lose Gegenstände raus - erst dann lohnt sich "echter" Rückbau. Mehr Informationen zur professionellen Entrümpelung finden Sie hier.

4. Selektiver Rückbau

Erst nicht tragende Einbauten, dann Oberflächen, dann technische Anlagen. Materialströme werden dabei getrennt. Details zu verschiedenen Abbruch-Leistungen haben wir hier zusammengestellt.

5. Abtransport und Entsorgung

In passenden Fraktionen (Container/Big Bags), Dokumentation je nach Anforderung.

Genau hier setzen wir in der Praxis an: Wir organisieren bundesweit Container-Lösungen als Containerdienst-Vermittlung, passend zur Baustelle und zu den Abfallarten. Wir beraten am Telefon, welche Fraktionen bei einer Entkernung in der Regel anfallen und welche Containergröße typischerweise sinnvoll ist.

Abfalltrennung bei der Entkernung: Diese Fraktionen fallen an

Eine der häufigsten Fragen lautet: "Kann ich alles in einen Container werfen?" Typischerweise lautet die Antwort: besser nicht. Je sauberer getrennt wird, desto reibungsloser läuft die Entsorgung - und desto besser sind in der Regel die Kosten.

Häufige Fraktionen bei der Entkernung:

  • Gemischte Bau- und Abbruchabfälle: Nur wenn Sortierung nicht möglich ist; meist die teuerste "Sammelfraktion"
  • Holz: Unbehandelt vs. behandelt/lackiert getrennt
  • Metalle: Heizkörper, Leitungen, Schrott
  • Mineralische Stoffe/Bauschutt: Ziegel, Beton, Fliesen - ohne Störstoffe
  • Gips/Gipskarton: Separat, weil er im Bauschutt stört
  • Dämmstoffe: Mineralwolle/KMF getrennt, häufig in Big Bags
  • Schadstoffhaltige Materialien: Separat, nur fachgerecht

Einen Überblick über alle Abfallarten und deren Entsorgung finden Sie in unserem Ratgeber.

Schadstoffe im Bestand: Worauf Sie achten müssen

Gerade 2024/2025 ist das Thema Schadstoffe im Bestand wieder sehr präsent: Bei Häusern bis in die 1990er-Jahre können asbesthaltige Produkte in Spachtelmassen, Klebern, Floor-Flex-Platten, Fassadenplatten oder Rohrisolierungen vorkommen. Auch teerhaltige/PAK-belastete Materialien oder PCB in einzelnen Anwendungen sind möglich.

Der wichtigste Tipp: Nicht "auf Verdacht" losstemmen, sondern vor kritischen Arbeiten klären lassen, was verbaut ist. Das schützt Gesundheit, Zeitplan und Budget.

Ein typischer Stolperstein ist zudem die Dämmstoffentsorgung: Mineralwolle wird in der Regel staubarm verpackt (Big Bags), getrennt gesammelt und fachgerecht entsorgt. Wer Dämmstoffe mit Bauschutt mischt, riskiert Ärger auf der Baustelle und unnötige Mehrkosten. Wir vermitteln dafür passende Container-Lösungen bzw. Big-Bag-Lösungen und helfen bei der Einschätzung, welche Mengen bei Dach, Kellerdecke oder Vorsatzschalen typischerweise anfallen.

Kostenfaktoren bei der Entkernung

Kosten spielen natürlich eine Rolle, lassen sich aber ohne Objektprüfung nur grob einordnen. Einflussfaktoren sind in der Regel:

FaktorAuswirkung
EntkernungstiefeNur Oberflächen vs. inkl. Estrich/Installationen
HausgrößeGeschosse, Keller, Dachausbau
ZugänglichkeitEnge Zufahrt, fehlende Stellfläche, lange Tragewege
TrennaufwandAnzahl der Abfallfraktionen
SchadstofffundeErforderliche Facharbeiten

Umweltaspekte und Recycling

Selektiver Rückbau bedeutet, Materialien getrennt auszubauen, Recycling zu ermöglichen und gemischte Abfälle zu reduzieren. Typischerweise lassen sich Metalle gut verwerten, mineralische Stoffe können je nach Reinheit aufbereitet werden, und sortenreine Ströme senken das Restmüllvolumen deutlich.

Checkliste für Ihre Entkernung

  • Baujahr notieren und Verdachtsmaterialien identifizieren
  • Rückbauziel festlegen (Kernsanierung, Teilrückbau, Vorbereitung Abbruch)
  • Schadstoffklärung vor Start einplanen
  • Stellplatz/Zufahrt für Container prüfen
  • Abfalltrennung vorab entscheiden (Gips, Holz, Bauschutt, Dämmung, Metall)
  • Zeitfenster für Containerstellung realistisch planen
  • Container-Größen und -Anzahl mit Fachbetrieb abstimmen
  • Dokumentation für Entsorgungsnachweise vorbereiten

Ihre Unterstützung bei der Entkernung

Wenn Sie eine Entkernung im Einfamilienhaus vorbereiten, unterstützen wir genau an den Schnittstellen, die in der Realität den Unterschied machen: Wir vermitteln Container-Lösungen, wir vermitteln auf Wunsch passende Abbruch- und Entkernungsleistungen über unser Netzwerk, und wir beraten telefonisch, damit Trennung, Logistik und Angebotserstellung sauber zusammenpassen. So wird aus "einfach mal alles raus" ein kontrollierter, sicherer und in der Regel deutlich effizienterer Rückbau.

In der Regel ja - sonst wird Rückbau ineffizient und gefährlich. Erst wenn alle Möbel und der Hausrat entfernt sind, kann die eigentliche Entkernung beginnen.

Typischerweise alles Tragende: Außenwände, tragende Innenwände, Decken und Dachtragwerk - sofern keine statischen Änderungen geplant sind.

Das hängt von der Sortierung ab: Oft sind 1-3 Fraktionen üblich (z.B. gemischt, Holz, Bauschutt), bei guter Trennung eher mehr - dafür typischerweise günstiger je Tonne.

Besser nicht. Je sauberer getrennt wird, desto reibungsloser läuft die Entsorgung und desto besser sind in der Regel die Kosten. Verschiedene Fraktionen sollten separat entsorgt werden.

Bei Häusern bis in die 1990er-Jahre können asbesthaltige Produkte, teerhaltige/PAK-belastete Materialien oder PCB vorkommen. Eine Schadstoffprüfung vor Beginn der Arbeiten ist daher wichtig.

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